Das Königshardter Backhaus
Das um 1850 erbaute Backhaus der Königshardter Familie Barmscheid wurde bis zum Jahr 1953 regelmäßig befeuert. Nicht nur die Familie Barmscheid hat hier gebacken, auch die Nachbarn konnten eigenen Brotteig dorthin bringen und backen lassen. Nach 1953 blieb das Backhaus ungenutzt und verfiel nach und nach.
Im Jahre 1978 - rund 25 Jahre nach der letzten Nutzung des Backhauses - wurde der Landeskonservator auf das Gebäude aufmerksam. Nach eingehender Begutachtung wurde es für erhaltenswert und denkmalwürdig erachtet und entsprechend unter Denkmalschutz gestellt. Bald bildete sich ein Kreis von Königshardter Bürger/innen, der sich der Restaurierung des historischen Backhauses annahm.
In der Folgezeit nach der Instandsetzung kam es immer wieder zu Zerstörungen und Verwüstungen durch Vandalismus. Im Jahre 1983 gelang dann die erneute Renovierung des Backhauses; mitgewirkt haben dabei Schülerinnen und Schüler der Hans-Sachs-Berufsschule. Begleitet wurde das Projekt vom Architekten Ernst Craemer.
Anfang September 1983 waren die Arbeiten soweit abgeschlossen und am 17. September 1983 konnte das wiederum restaurierte Backhaus der Öffentlichkeit präsentiert werden. Mit der erneuten Instandsetzung hat die Königshardter Interessengemeinschaft die Instandhaltung und Pflege des Backhauses hat übernommen.
Im Jahre 1994 beschloss die KIG, den Backofen im alten Backhaus wieder in Betrieb zu nehmen. Im darauf folgenden Jahr wurde am 13. Mai 1995 zum ersten Mal ein großes Backhausfest organisiert. Das Fest fand großen Zuspruch bei der hiesigen Bevölkerung, und so entschied die KIG, das Backhausfest an der Pfälzer Straße zu einer Dauereinrichtung werden zu lassen.
Mittlerweile ist das Backen im Backhaus ein fester Bestandteil der Erlebniskultur in Königshardt geworden. Kindergärten und Schulen kommen, um den Backvorgang mitzuerleben und das selbstgebackene Brot zu essen.