Brandenburger Hof
Das ursprünglich an dieser Stelle beheimatete Hotel trug den Namen "Zum Brandenburger Hof". Es war eines der ältesten und geschichtsträchtigsten Hotels in Oberhausen-Sterkrade mit angeschlossener Gaststätte und einem großen Saalbau. Errichtet wurde es vom Münsteraner Junggesellen Hasken, Datum unbekannt. Nach einer alten Chronik hatte einst ein brandenburgisches Kurfürstenpaar in diesem Hotel übernachtet, und während des Aufenthaltes soll ein Prinz geboren sein. Durch dieses wichtige Ereignis hat das Hotel seinen Namen "Zum Brandenburger Hof" erhalten. In der Gaststätte und dem Saal fanden alle wichtigen Sterkrader Festlichkeiten sowie große Veranstaltungen statt. Der damalige Wirt Sprüth hatte auch amtliche Funktionen. Unter anderem nahm er das Amt des Standesbeamten wahr, und in manchen alten Sterkrader Familienbüchern ist sein Name zu finden. Allerdings geriet der Wirt Sprüth in finanzielle Schwierigkeiten und nach seinem Tod kaufte ein Sterkrader Konsortium den Hotelkomplex und verwandelte ihn in ein katholisches Vereinsheim. Für alles, was zu jener Zeit an Festlichkeiten und Veranstaltungen der kirchlichen Vereine stattfand, war der Saal der bevorzugte Ort.
Kurz nach der Jahrhundertwende (ca. 1904) versteigerte das Konsortium den Hotelkomplex. Jean Uhle erhielt den Zuschlag. Als er das Lokal eröffnen wollte, wurde ihm die Konzession versagt, da ein Teil seines Besitzes für den Ausbau der Robert-Koch-Straße (früher Josef Str.) benötigt wurde. Bürgermeister zur Nieden hatte sich persönlich für die Umsetzung der Baumaßnahme eingesetzt. Jean Uhle ließ deshalb in den großen Saal Wände einziehen und zog mit seiner Wirtschaft dort ein. 1909 ließ Jean Uhlen das Hotel "Zum Brandenburger Hof" niederreißen und auf dem verbliebenen Platz den jetzigen "Brandenburger Hof" errichten. Der angrenzende Saal blieb stehen und die dort befindliche Wirtschaft zog in den Brandenburger Hof um. 1914 ging der Besitz von Jean Uhle an die Familie Franz Peters über.
Der große Saal selber wurde bis nach dem ersten Weltkrieg für die Vorführung von Filmen und als Möbellager genutzt. Doch das Saalgebäude verfiel immer mehr und nach dem ersten Weltkrieg wurde es abgerissen. Der "Brandenburger Hof" selber war über 100 Jahre Treffpunkt der Sterkrader Bürgerschaft. 2009 wurde die Gaststätte für immer geschlossen.
Das Gebäude ist noch heute im Besitz der Familie Peters.